<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de"><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="4.4.1">Jekyll</generator><link href="https://martinkriegel.de/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="https://martinkriegel.de/" rel="alternate" type="text/html" hreflang="de" /><updated>2026-10-25T08:39:11+01:00</updated><id>https://martinkriegel.de/feed.xml</id><title type="html">Martin Kriegel</title><subtitle>Antworten auf Fragen zu Kliniken, Laboren, Reinräumen und Forschungsgebäuden. Jeder Beitrag beantwortet eine Frage. Die Antwort steht im ersten Absatz.</subtitle><author><name>Martin Kriegel</name></author><entry><title type="html">Warum heizt ein neues Krankenhaus mit vier verschiedenen Wärmequellen?</title><link href="https://martinkriegel.de/beitraege/memmingen-vier-waermequellen/" rel="alternate" type="text/html" title="Warum heizt ein neues Krankenhaus mit vier verschiedenen Wärmequellen?" /><published>2026-10-24T20:00:00+02:00</published><updated>2026-10-24T20:00:00+02:00</updated><id>https://martinkriegel.de/beitraege/memmingen-vier-waermequellen</id><content type="html" xml:base="https://martinkriegel.de/beitraege/memmingen-vier-waermequellen/"><![CDATA[<p><em>Anlass: Richtfest des Klinikums Memmingen am 14. Oktober 2026 [1].</em></p>

<h2 id="was-in-memmingen-entsteht">Was in Memmingen entsteht</h2>

<p>Am 14. Oktober 2026 haben das Klinikum Memmingen und das Bezirkskrankenhaus Memmingen Richtfest gefeiert. Die Rohbauarbeiten laufen seit Februar 2025. Fertigstellung und Umzug sind für 2029 geplant. Die Baukosten für das Klinikum werden derzeit auf rund 440 Millionen Euro geschätzt. Der Freistaat Bayern fördert das Vorhaben mit rund 352 Millionen Euro. Nach Angaben des Klinikums ist es das größte nicht-universitäre Krankenhausbauprojekt Bayerns [1].</p>

<h2 id="vier-quellen-eine-heizleistung">Vier Quellen, eine Heizleistung</h2>

<p>Auf seiner Projektseite nennt das Klinikum eine Wärmeleistung von insgesamt 4.400 Kilowatt [2]. Sie verteilt sich so:</p>

<ul>
  <li>Grundwasser-Wärmepumpe: 1.550 Kilowatt (35 Prozent)</li>
  <li>Fernwärme: 1.550 Kilowatt (35 Prozent)</li>
  <li>Wärmerückgewinnung: 800 Kilowatt (18 Prozent)</li>
  <li>Schmutzwasser-Wärmepumpe: 500 Kilowatt (12 Prozent)</li>
</ul>

<p>Dazu kommt eine Photovoltaikanlage mit rund 480.000 Kilowattstunden Strom im Jahr.</p>

<p>Kilowatt ist ein Maß für Leistung. Die Zahl sagt, wie viel Wärme in einem Moment ins Haus fließen kann. Eine Wärmepumpe holt Wärme aus einer Quelle mit niedriger Temperatur und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur. In Memmingen ist die erste Quelle das Grundwasser. Fernwärme kommt als heißes Wasser aus einem Heizwerk über Rohrleitungen ins Haus. Wärmerückgewinnung bedeutet: Wärme, die im Gebäude ohnehin anfällt, wird ein zweites Mal genutzt, statt nach draußen zu entweichen.</p>

<p>Die vierte Quelle ist die ungewöhnlichste. Das Abwasser einer Stadt ist auch im Winter lauwarm. In Memmingen wurden beim Umbau des Mischwasserkanals Wärmetauscher auf 260 Metern Länge eingebaut. Eine Wärmepumpe macht daraus Heizwärme. Das Klinikum bezeichnet diese Lösung als deutschlandweit einmalig. Der Bund hat sie über die Nationale Klimaschutzinitiative gefördert [2].</p>

<h2 id="was-passiert-wenn-eine-quelle-ausfällt">Was passiert, wenn eine Quelle ausfällt?</h2>

<p>Hier liegt ein großer Nutzen. Fällt die größte Quelle aus, etwa weil die Grundwasser-Wärmepumpe gewartet werden muss, bleiben 2.850 Kilowatt. Das sind 65 Prozent der Leistung. Fällt das Fernwärmenetz aus, gilt dasselbe. Die 4.400 Kilowatt sind für sehr kalte Tage ausgelegt. An den meisten Tagen des Jahres braucht ein Gebäude deutlich weniger. Ein Teil der Quellen reicht deshalb über lange Zeit für die komplette Versorgung des Hauses.</p>

<p>Beide Wärmepumpen brauchen Strom. Bei einem Stromausfall bleibt die Fernwärme. Ob die Wärmepumpen zusätzlich am Notstrom hängen, geht aus den öffentlichen Unterlagen nicht hervor, empfehlenswert wäre es.</p>

<figure>
<img src="/assets/img/memmingen-vier-waermequellen.svg" alt="Vier Wärmequellen für den Neubau des Klinikums Memmingen: Grundwasser-Wärmepumpe 1.550 Kilowatt, Fernwärme 1.550 Kilowatt, Wärmerückgewinnung 800 Kilowatt, Schmutzwasser-Wärmepumpe 500 Kilowatt. Fällt eine der beiden großen Quellen aus, bleiben 2.850 Kilowatt, das sind 65 Prozent." />
<figcaption>Links die vier Wärmequellen des Neubaus, rechts die verbleibende Leistung, wenn eine der beiden großen Quellen ausfällt. Quelle: Klinikum Memmingen [2].</figcaption>
</figure>

<h2 id="warum-das-für-krankenhäuser-wichtig-ist">Warum das für Krankenhäuser wichtig ist</h2>

<p>Krankenhäuser gehören zur kritischen Infrastruktur. Als im Winter 2022/23 die Gasversorgung unsicher wurde, haben das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus-Einsatzplanung eine Handlungsempfehlung für Krankenhäuser veröffentlicht [3]. Sie zeigt, wie knapp die Lage damals war: Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft nutzten 2022 rund 92 Prozent der deutschen Krankenhäuser Erdgas zur Wärmeerzeugung, und der weitaus größte Teil ihrer Heizwärme wurde genau hieraus gedeckt. Fällt die Heizung im Winter aus, kühlt ein Krankenhaus aus. Für diesen Fall nennt die Empfehlung Notmaßnahmen: Nur Teilbereiche heizen, zum Beispiel OP und Intensivstation, Patienten in Mehrbettzimmern zusammenlegen, warme Decken bevorraten, im Zweifel Patienten verlegen. Als langfristige Vorsorge empfiehlt sie, eine redundante und gasunabhängige Wärmeversorgung aufzubauen. In Memmingen ist genau das geschehen.</p>

<h2 id="meine-einschätzung">Meine Einschätzung</h2>

<p>Am Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin beschäftigen wir uns mit der Luft- und Energieversorgung von Kliniken, Laboren und Reinräumen. Dabei fällt auf: Energiekonzepte werden meist nach Effizienz und CO₂ bewertet. Das ist richtig und wichtig. Ein drittes Maß darf nicht fehlen. Es lautet: Was passiert, wenn eine Quelle ausfällt? Memmingen zeigt, dass Energiewende und Robustheit zusammenpassen. Eine Wärmepumpe im Grundwasser, eine im Abwasser, dazu Fernwärme. Das sind drei Wege, die unabhängig voneinander funktionieren.</p>

<p>Eine wichtige Planungsgrundlage dabei ist, wie lange das Haus an einem kalten Wintertag mit jeder Quelle allein auskommt.</p>

<section class="folgt">
  <h2 id="was-folgt-daraus">Was folgt daraus?</h2>

  <p>Förderprogramme für den Krankenhausbau bewerten Energiekonzepte heute vor allem nach Effizienz und Emissionen. Eine Ergänzung wäre, die Versorgungssicherheit mit zu betrachten. Eine einfache Frage dabei reicht: Kommt die Energie aus mindestens zwei unabhängigen Quellen? Memmingen liefert hier eine Blaupause.</p>
</section>

<h2 id="quellen">Quellen</h2>

<ol class="quellen">
<li><a href="https://www.klinikum-memmingen.de/aktuelles/detail/meilenstein-bei-jahrhundertprojekt">Klinikum Memmingen: Meilenstein bei Jahrhundertprojekt</a>, Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026.</li>
<li><a href="https://www.klinikum-memmingen.de/das-klinikum/neubau">Klinikum Memmingen: Projektseite Neubau</a>, Abschnitt Nachhaltigkeit.</li>
<li><a href="https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Mediathek/Publikationen/Gesundheit/KAEP/empfehlung-gas-strom.pdf?__blob=publicationFile">Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Hrsg.): Krisenvorsorge im Krankenhaus: Gesundheitsversorgung trotz Gasmangel und Stromausfall. Empfehlungen für die Praxis</a>, Bonn, Stand März 2023, S. 17 bis 19 (Anteil Erdgas: S. 17, Checkliste Heizung: S. 18, Patientenmanagement: S. 19).</li>
</ol>]]></content><author><name>Martin Kriegel</name></author><summary type="html"><![CDATA[Der Neubau des Klinikums Memmingen heizt mit Grundwasser, Fernwärme, Wärmerückgewinnung und Abwasser. Warum mehrere Wärmequellen ein Krankenhaus robust machen.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://martinkriegel.de/assets/img/vorschau/memmingen-vier-waermequellen.png" /><media:content medium="image" url="https://martinkriegel.de/assets/img/vorschau/memmingen-vier-waermequellen.png" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Was passiert im Krankenhaus bei einem Stromausfall?</title><link href="https://martinkriegel.de/beitraege/stromausfall-im-krankenhaus/" rel="alternate" type="text/html" title="Was passiert im Krankenhaus bei einem Stromausfall?" /><published>2026-10-24T00:00:00+02:00</published><updated>2026-10-24T00:00:00+02:00</updated><id>https://martinkriegel.de/beitraege/stromausfall-im-krankenhaus</id><content type="html" xml:base="https://martinkriegel.de/beitraege/stromausfall-im-krankenhaus/"><![CDATA[<h2 id="wie-oft-fällt-der-strom-überhaupt-aus">Wie oft fällt der Strom überhaupt aus?</h2>

<p>Selten. Im Jahr 2024 war jeder Stromkunde in Deutschland im Durchschnitt 11,7 Minuten ohne Strom. Das meldet die Bundesnetzagentur, die alle ungeplanten Unterbrechungen zählt [1]. Für ein Krankenhaus zählt trotzdem jeder Ausfall. Es muss so gebaut sein, als käme er morgen.</p>

<h2 id="die-ersten-15-sekunden">Die ersten 15 Sekunden</h2>

<p>Ein Krankenhaus hat drei Stromnetze. Das erste ist das normale Netz. Daran hängen Büros, Flure, Küche und Aufzüge. Fällt der Strom aus, bleibt hier erst einmal alles dunkel.</p>

<p>Das zweite Netz ist die Sicherheitsversorgung. Sie wird von einem Notstromaggregat gespeist, meist einem Dieselmotor mit Generator. Es startet automatisch und muss innerhalb von 15 Sekunden laufen. Daran hängen Intensivstation, Operationssäle, Notbeleuchtung und medizinische Geräte.</p>

<p>Das dritte Netz sind Batterien. Sie übernehmen ohne spürbare Unterbrechung, innerhalb einer halben Sekunde. Daran hängen OP-Leuchten und lebenswichtige medizinische Geräte, die keine Sekunde ausfallen dürfen.</p>

<p>Diese Stufen legt eine technische Norm fest, die DIN VDE 0100-710 [2]. Ein Patient im Operationssaal merkt vom Stromausfall nichts. Auf der normalen Station geht das Licht aus und nach wenigen Sekunden die Notbeleuchtung an.</p>

<h2 id="wie-lange-muss-der-vorrat-reichen">Wie lange muss der Vorrat reichen?</h2>

<p>Ein Aggregat braucht Diesel. Die Norm verlangt, dass die Sicherheitsversorgung mindestens 24 Stunden durchhält [2]. In Berlin ist das über die Krankenhaus-Verordnung verbindlich [3]. Eine Bundesempfehlung nennt dieselbe Zahl [11]. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt mindestens 72 Stunden ohne Nachtanken, weil sich in drei Tagen meist Nachschub organisieren lässt [4].</p>

<figure>
<img src="/assets/img/stromausfall-zeitstrahl.svg" alt="Zeitstrahl nach einem Stromausfall: Batterie nach 0,5 Sekunden, Aggregat nach 15 Sekunden, Vorrat mindestens 24 Stunden nach Norm, 72 Stunden Empfehlung des BBK, tatsächliche Ausfälle in Köpenick 2019 und im Berliner Südwesten 2026" />
<figcaption>Was wann passiert. Die Zeitachse ist logarithmisch, jeder Schritt ist das Zehnfache. Quellen: DIN VDE 0100-710 [2], Senatsverwaltung Berlin [3], BBK [4], Ärzteblatt [5], Stromnetz Berlin [9].</figcaption>
</figure>

<p>Zwischen 24 und 72 Stunden liegt eine Lücke. Zwei Stromausfälle in Berlin zeigen, wie groß sie ist.</p>

<h2 id="köpenick-2019-wenn-das-aggregat-selbst-ausfällt">Köpenick 2019: Wenn das Aggregat selbst ausfällt</h2>

<p>Im Februar 2019 beschädigten Bauarbeiten zwei Hochspannungskabel. 32.000 Haushalte in Köpenick waren 31 Stunden ohne Strom. In den DRK Kliniken Köpenick sprang das Aggregat sofort an. Am Abend lief es unrund. Um 21:50 Uhr fiel es ganz aus. Batterien hielten die Intensivstation. Um 23:30 Uhr übernahm ein Aggregat des Technischen Hilfswerks. Dazwischen wurden 23 Intensivpatienten in andere Kliniken verlegt, 22 davon mit Notarzt.</p>

<p>Die Fernwärme fiel aus, die Gebäude kühlten bei sechs bis sieben Grad Außentemperatur langsam aus. Der Mobilfunk brach zusammen, Mitarbeiter waren nicht erreichbar. Die Wartungsfirma des Aggregats hatte keinen Techniker in Berlin. All das berichtet die Klinik selbst im Deutschen Ärzteblatt [5].</p>

<h2 id="berliner-südwesten-2026-wenn-der-ausfall-tage-dauert">Berliner Südwesten 2026: Wenn der Ausfall Tage dauert</h2>

<p>Am 3. Januar 2026 legte ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal den Strom in Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde lahm. 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe waren betroffen, die letzten rund viereinhalb Tage lang [7, 9]. Berlin rief erstmals eine Großschadenslage aus.</p>

<p>Vier größere Kliniken liefen mit Notstrom, darunter das Helios Klinikum Emil von Behring und das Krankenhaus Waldfriede. Nach etwa einem Tag waren sie wieder am Netz. Eine Räumung war nicht nötig. Die Bundeswehr lieferte Diesel, das THW stellte Aggregate [6]. Auch hier fiel die Fernwärme aus, weil ihre Pumpen Strom brauchen [7]. Für die 74 Pflegeheime im Gebiet lieferte die Bundeswehr Diesel und Personal [6, 8].</p>

<p>Ein dritter Fall passt dazu. An der Charité fiel im Mai 2023 der Strom aus. Das Aggregat war voll funktionsfähig. Ein Kurzschluss an der Sammelschiene verhinderte jedoch, dass es einspeisen konnte [3].</p>

<h2 id="wie-gut-sind-die-anlagen-in-schuss">Wie gut sind die Anlagen in Schuss?</h2>

<p>Der TÜV prüft Notstromanlagen in Sonderbauten regelmäßig, darunter Krankenhäuser und Hochhäuser. 2025 hatten 35 Prozent der 4.344 geprüften Sicherheitsstromversorgungen wesentliche Mängel. Nur 18 Prozent waren mängelfrei. Ein Jahr zuvor lag der Anteil mit wesentlichen Mängeln bei 30 Prozent. Typische Befunde: Aggregate, die beim Test nicht anspringen, und Kraftstoff, der zu lange gelagert wurde. Dabei sieht die Norm jeden Monat einen Probelauf von einer Stunde unter Last vor [2]. Bei Lüftungsanlagen waren es in derselben Prüfung 44 Prozent [10].</p>

<h2 id="was-die-kette-zusammenhält">Was die Kette zusammenhält</h2>

<p>Drei Fälle, drei verschiedene Schwachstellen: das Aggregat, die Verteilung, die Dauer. Dazu kommt die Wartung. Der Vorrat war nie das erste Problem. Das Krankenhaus ist auf die ersten Sekunden gut vorbereitet. Schwierig wird es bei allem, was hinter dem Aggregat kommt.</p>

<p>Dazu gehören Wärme und Luft. Die Lüftung von Operationssälen und Intensivstationen hängt am Notstromaggregat. Sobald es läuft, läuft auch sie. An der Batterieversorgung, die ohne Unterbrechung übernimmt, hängt sie nicht. Das ist auch nicht nötig, da es sich nicht um lebenserhaltende Versorgungsbestandteile handelt.</p>

<p>Alles andere fällt weg. Heizung, Lüftung und Kühlung laufen nur dort weiter, wo es um Leben geht. Stationen, Büros, Küche und Wäscherei bleiben ohne. Für einige Stunden ist das verkraftbar. Im Winter kühlt das Gebäude aber aus, wie der Fall aus dem Jahr 2019 zeigt [5]. Im Hochsommer heizt es sich auf. Dann stellt sich die Frage, ob Wärme, Kühlung und Lüftung nach einigen Stunden wieder laufen müssten, zumindest in Teilen des Hauses. Darauf gibt es bisher keine verbindliche Antwort. Mit genau dieser Frage beschäftigt sich auch das Hermann-Rietschel-Institut, das ich leite: Welche Räume brauchen welche Luft, und wie viel Energie ist dafür nötig?</p>

<section class="folgt">
  <h2 id="was-folgt-daraus">Was folgt daraus?</h2>

  <p>Die Regeln für die ersten Sekunden sind gut und bewährt. Die Lücke liegt bei der Dauer. 24 Stunden Vorrat sind Pflicht, 72 Stunden sind Empfehlung. Der Ausfall im Januar 2026 dauerte länger als beides. Es wäre sinnvoll zu prüfen, ob die Empfehlung des BBK für Krankenhäuser zur Regel werden sollte, und ob Wärme und Lüftung in die Notstromkonzepte gehören. Die Prüfzahlen des TÜV zeigen zudem, dass vorhandene Anlagen Pflege brauchen. Beide Berliner Fälle zeigen, dass die Hilfe von THW und Bundeswehr funktioniert hat. Darauf allein sollte sich ein Krankenhaus aber nicht verlassen müssen.</p>
</section>

<h2 id="quellen">Quellen</h2>

<ol class="quellen">
<li><a href="https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/20251009_Saidi_Strom.html">Bundesnetzagentur: Versorgungsunterbrechungen Strom 2024 (SAIDI)</a>, Pressemitteilung vom 9. Oktober 2025.</li>
<li><a href="https://www.dke.de/de/normen-standards/dokument?id=7020397&amp;type=dke%7Cdokument">DIN VDE 0100-710 (VDE 0100-710):2012-10, Errichten von Niederspannungsanlagen, Teil 7-710: Medizinisch genutzte Bereiche</a>, Abschnitte 710.560 (automatische Übernahme nach 0,5 s), 710.560.6.104.2 (Umschaltzeit 15 s, Mindestdauer 24 h), 710.62 (monatlicher Probelauf 60 min bei 80 bis 100 Prozent Last) und Anhang B, Tabelle B.1 (Klassen 0,5 s und 15 s). Kostenpflichtig.</li>
<li><a href="https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-15476.pdf">Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/15476: Stromausfall und Notstromversorgung an der Charité Berlin</a>, Antwort der Senatsverwaltung vom 22. Mai 2023.</li>
<li><a href="https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Mediathek/Publikationen/PiB/PiB-13-notstromversorgung-unternehmen-behoerden.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=12">Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Notstromversorgung in Unternehmen und Behörden</a>, Praxis im Bevölkerungsschutz Band 13, überarbeitete Fassung 2024.</li>
<li><a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/210611">Höhne, Lenz: Versorgungssicherung: Was tun bei einem Stromausfall im Krankenhaus</a>, Deutsches Ärzteblatt 44/2019.</li>
<li><a href="https://www.kma-online.de/aktuelles/klinik-news/detail/nach-anschlag-vier-groessere-kliniken-in-berlin-wieder-am-stromnetz-55043">kma Online: Nach Anschlag: Vier größere Kliniken in Berlin wieder am Stromnetz</a>, 5. Januar 2026.</li>
<li><a href="https://www.berlin.de/sen/web/presse/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1629952.php">Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe: Stromausfall im Berliner Südwesten</a>, Pressemitteilung vom 3. Januar 2026.</li>
<li><a href="https://blogs.fu-berlin.de/disasterresearchblog/archive/581">Katastrophenforschungsstelle der FU Berlin: Der Berliner Stromausfall im Januar 2026</a>, 16. Januar 2026.</li>
<li><a href="https://www.stromnetz.berlin/en/for-berlin/steglitz-zehlendorf/">Stromnetz Berlin: Steglitz-Zehlendorf, aktueller Stand</a>, Chronik der Störung vom 3. bis 7. Januar 2026.</li>
<li><a href="https://www.tuev-verband.de/fileadmin/user_upload/Content_local/Veroeffentlichungen/2026_TUEV-Verband_Baurechtsreport.pdf">TÜV-Verband: Baurechtsreport 2026</a>, Juni 2026, S. 14 und S. 32 (Sicherheitsstromversorgung), S. 26 (Lüftungsanlagen).</li>
<li><a href="https://www.amev-online.de/AMEVInhalt/Planen/Elektrotechnik/Ersatzstrom/2024_Empfehlung_Ersatzstrom.pdf">AMEV: Ersatzstrom. Hinweise für Planung, Bau und Betrieb von Sicherheits-, Ersatz- und Notstromversorgungsanlagen in öffentlichen Gebäuden</a>, Empfehlung Nr. 164, Stand 25. April 2024, S. 28 (Tabelle 1: Krankenhäuser, Bemessungsbetriebsdauer 24 h).</li>
</ol>]]></content><author><name>Martin Kriegel</name></author><summary type="html"><![CDATA[Notstrom im Krankenhaus: Was in den ersten Sekunden passiert, wie lange der Vorrat reichen muss und was zwei Stromausfälle in Berlin gezeigt haben.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://martinkriegel.de/assets/img/vorschau/stromausfall-im-krankenhaus.png" /><media:content medium="image" url="https://martinkriegel.de/assets/img/vorschau/stromausfall-im-krankenhaus.png" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry></feed>